Kreativität zwischen Freiraum und Improvisation

8. September 2022

Unter dem Motto „Verantwortungsvoll und mutig zusammenarbeiten“ fand am 7. und 8. September in Winterthur das 10. Swiss Green Economy Symposium (SGES) statt. Was hat das mit Jazz und Blues zu tun, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Lassen Sie sich überraschen!

Während die Vormittage verschiedenen Vorträgen und Diskussionsrunden zu Themen rund um Nachhaltigkeit in der Wirtschaft gewidmet waren, bot am Nachmittag das Forum „Kreativwirtschaft, Kultur und Wirtschaft: Zusammenarbeiten und gewinnen“ interessante Impulse für alle, die sich für Kultur interessieren – insbesondere auch für Jazz, denn mit Marc Jenni, Vorstandsmitglied bei JazzChur, Co-Verlagsleiter des Ostschweizer Magazins SAITEN und Musiker, war die Jazzszene kompetent vertreten. Mit jazzigen Klängen auf dem Kontrabass eröffnete er das gut besuchte Forum mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kunst, Kultur und Wirtschaft. JAZZTIME begleitete als SGES-Medienpartner dieses Forum.

Aus dem Moment heraus
Marc Jenni leitete innerhalb des Forums den Workshop zum Thema Improvisation. Was kann die Wirtschaft von der Improvisation im Jazz lernen? „Oft triggert die Improvisation das Bewertungssystem und das Kontrollbedürfnis“, sagte Marc Jenni und wies darauf hin, dass die Improvisation nicht mit gängigen Kriterien bewertet werden könne. Die Improvisation passiere aus dem Moment heraus. Um improvisieren zu können, brauche es als Musikerin oder Musiker ein gewisses Imaginationsrepertoire sowie Interaktionskompetenzen, um mit anderen Musikschaffenden etwas Neues zu kreieren. „Bei der Improvisation ist es wichtig, ganz präsent zu sein, gut zuzuhören und anzunehmen, was da ist“, betonte Marc Jenni.

Mut, Vertrauen und Fehlertoleranz
Damit Improvisation gelinge, müsse man ganz sich selbst sein und den Mut haben, zu sich zu stehen. Als offener Prozess innerhalb einer Gruppe sorge Vertrauen und eine Fehlertoleranz den nötigen Raum für Improvisation bzw. Kreativität. „Auf dieser Grundlage können Musikschaffende ihre Grenzen überwinden“, sagte Marc Jenni und verglich das gemeinsame Improvisieren mit Organisationprozessen in der Wirtschaft mit dem Ziel, neue Ideen zu entwickeln. Zum Abschluss dieses Workshops wurden die Teilnehmenden aufgeführt, mit einfachen Gegenständen wie Klebstreifen, Lineal, Stricknadeln usw. eine Klangimprovisation auf die Beine zu stellen.
Übrigens: Neben Marc Jenni brachten nach dem Forum der Berner Saxophonist Roland Brechbühl (siehe JAZZTIME September-Ausgabe) und am Kulturabend der Schlagzeuger und Perkussionist Pierre Favre jazzige Klänge ins Spiel.

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