
Zwischen Brasilien, Afrika und Jazzmoderne

Der Pianist und Komponist Omer Klein ist musikalisch mehr als breit aufgestellt. Am 7. April kommt er mit seinem neuesten Streich – einem frischgegründeten Sextett – in den Zürcher Jazzclub Moods.
25. März 2026
Omer Klein stellt mit «The Poetics» ein neues Sextett vor, das im Rahmen seiner «Artist in Residency» an der Alten Oper Frankfurt entstanden ist. Die Formation erweitert sein Trio um Saxophone, Flöte, Bass, Percussion und zusätzliche Tasteninstrumente und eröffnet dem Pianisten neue orchestrale Möglichkeiten. Für die Premiere schrieb Klein ein Programm, das stark von brasilianischen und afrikanischen Musiktraditionen geprägt ist. Samba, Choro und polyrhythmische Strukturen bilden das Fundament, melodische und harmonische Elemente erinnern an Antônio Carlos Jobim oder Chico Buarque. Die FAZ sprach nach dem Konzert von «frei atmender Kollektivmusik» und «Poesie ohne Worte».
Gegenentwurf zur Beschleunigung digitaler Kultur
Im Juni 2025 nahm das Sextett sein Debütalbum im BR Studio Nürnberg auf, das am 6. März bei XJAZZ! Music erschien. Klein versteht die Produktion als bewussten Gegenentwurf zur Beschleunigung digitaler Kultur. Die Stücke sind weit ausgreifend und setzen auf musikalische Entwicklung statt auf kurze Effekte. Entscheidend für das Ensemble ist die Arbeitsweise: Alle Mitglieder sind ausgewiesene Virtuosen, aber vor allem aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer, die den gemeinsamen Moment über individuelle Brillanz stellen. The Poetics verbindet so musikalische Traditionen mit einem klaren Statement für Tiefe, Aufmerksamkeit und kollektives Musizieren. Ein Live-Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
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