
New Orleans-Jazz als Lebenselixier

Jakob Etter – Nachruf für den am 19. Juni verstorbenen Musiker und Konzertveranstalter aus Murten. Der 76-jährige war eine prägende Figur in diversen Jazzbands wie auch als Konzertveranstalter.
16. Juli 2026
Als Jazzmusiker bei den „New Orleans Hot Shots“, in der „Bogalusa New Orleans Jazzband“ und der «Swing Hill Jazzband» hat Jakob „Köbi“ Etter die Schweizer Jazzszene belebt und geprägt. Seine Aktivitäten reichen bis nach 1974 zurück, wo er in Murten seine erste Band gründete. Somit spielte der Jazz in den letzten 52 Jahren eine zentrale Rolle im Leben von Jakob Etter.
Prägender Besuch in New Orleans
Als der Musiker 1971 eine Weltreise unternahm, besuchte er gleich am Anfang New Orleans. Dort fand er seinen Musikstil, den er zuvor nur aus Medien kannte – live gespielt in der Preservation Hall von den damals noch lebenden, alten, farbigen Musikern aus New Orleans. Jakob Etter fand in dieser Musik mehr Tiefe, als in dem damals in Europa üblichen kommerziellen Dixieland. Köbi war dieser Unterschied wichtig. New Orleans-Jazz sei nicht wie Dixieland Unterhaltung, sondern Musik von der Wiege, über Feste, Gottesdienste bis zur Bahre.
„Ritterschlag“ von Louis Nelson
Neben der Rolle als Musiker engagierte er sich auch als Veranstalter von diversen New Orleans Jazz Nights in Bern, Murten und Grenchen. Zudem pflegte er eine enge Verbindung zu JazzAscona und hatte dort jedes Jahr seinen Stand mit Tonträgern. Ebenfalls stand er dort 1989 mit Louis Nelson auf der Bühne. Das Kompliment, das ihm Louis Nelson machte, hat er Wort für Wort als Zitat festgehalten: „Anschliessend an das Konzert der Louis Nelson Band am Sonntag, 2. Juli 1989, drückte mir Louis Nelson ganz spontan die Hand und sagte: «I enjoyed very much to play with your band an I would sit in anytime you like. I WILL DO MY BEST FOR YOU.» Dies war für Jakob Etter quasi die Aufnahme in den Olymp des New Orleans-Jazz – die Musik die er bis zuletzt spielte. Diverse Male spielte der Musiker mit Sammy Rimington und Lilian Boutté. Er war während langer Zeit der einzige Importeur des GHB-Labels aus New Orleans, das sich dem New Orleans- Jazz widmet.
„Als es meinem Vater aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, die Musik, die er bis zuletzt spielte und liebte, spielen zu können, wollte er auch nicht mehr leben», sagt sein Sohn Alexander Etter gegenüber JAZZTIME.